Welche Versorgungsangebote gibt es für ältere Menschen?


Bei der Beschreibung der Umwelten älterer Menschen kann auch von einem Kosmos der „Versorgungsangebote“ gesprochen werden.
Der Wunsch vieler älterer Menschen und auch das Ziel von Altenpolitik ist es, den Menschen zu ermöglichen, selbständig in einer eigenen Wohnung leben zu können. Deshalb steht das selbständige Wohnen im Zentrum der Versorgungsangebote. Es gibt verschiedenste Versorgungsmöglichkeiten. In vielen Bereichen gibt es Unterstützung bei der Finanzierung (Pflegekassen, Krankenkassen). Informationen erhalten sie bei den einzelnen Beratungsstellen oder den Beratungsdiensten. Im Anschluss finden Sie kurze Erläuterungen zu diesen Bereichen.

1. Selbständiges Wohnen
Die eigene Wohnung sollte den Ansprüchen der älteren Menschen angepasst werden. Es gibt Haus- und Wohngemeinschaften für ältere Menschen, Wohnprojekte für jung und alt, Altenwohnanlagen. Anbieter sind meist die Wohnungsbaugesellschaften, die freie Wohlfahrtspflege bzw. die öffentliche Hand. Es ist immer darauf zu achten, dass die Wohnungen altengerecht ausgestattet und Betreuungsangebote vorhanden und bezahlbar sind.

2. Laiensystem
Der Begriff irritiert zunächst. Es sind damit Freunde, Bekannte, Nachbarn und Verwandte gemeint, die die alten Menschen unterstützen, ebenso wie ehrenamtlich Tätige und Selbsthilfegruppen. Hier geht es um das gegenseitige Geben und Nehmen.

3. Freizeit und Kontakte
Dazu gehören Altentagesstätten und Treffpunkte, Seniorenbüros, Seniorenklubs, Treffpunkte für Jung und Alt, Gesundheitsfördernde Angebote der Volkshochschulen und der Krankenkassen, Seniorensportvereine, Kultur- und Weiterbildungsangebote, Telefonketten, Besuchsdienste und vieles mehr.

4. Information und Beratung
Dies geschieht über das Sozialamt, das Versorgungsamt, öffentliche Betreuungsstellen, die Krankenkassen, Seniorenbeiräte, Seniorenbeauftragte, spezialisierte Beratungsstellen sowie allgemeine Sozialdienste. Weitere Informationen können Sie dem „Wegweiser 2000 für ältere Menschen in der Stadt Bamberg“ entnehmen.

5. Mobile Dienste
Dazu gehören Fußpflege, Haarpflege, Mahlzeitendienste, Transporte und Begleitung, Hilfsmittelverleih, etc. Es gibt teilweise Möglichkeiten der finanziellen Unterstützung für diese Angebote.

6. Ambulante medizinische Dienste
Hierzu gehören niedergelassene Ärzte, Psychotherapeuten, Logopäden, Ergotherapeuten, Heilpraktiker, Krankengymnasten, Massagepraxen und medizinische Bäder.

7. Ambulante soziale und sozialpflegerische Dienste
Ansprechpartner sind Sozialstationen, gemeinnützige sozialpflegerische Dienste, gewerbliche Pflegedienste. Sollten Angehörige pflegen, so ist dieses Angebot ebenfalls eine wichtige Ergänzung. Die Einstufung in eine der drei Pflegestufen übernimmt der medizinische Dienst auf Antrag bei den Krankenkassen (Pflegekassen). Von dieser Einstufung hängt die Finanzierung ab. Bei Entlassung aus dem Krankenhaus nach Hause werden sie durch den Sozialdienst bzw. den überleitenden Pflegedienst des Krankenhauses unterstützt, die notwendigen Dienste zu organisieren.

8. Teilstationäre Versorgung
Menschen sollen möglichst lange in der eigenen Wohnung bleiben können. Wenn dies nicht mehr möglich ist, gibt es Tagespflegestätten, bzw. Tageskliniken. Die Pflegebedürftigen werden morgens in die Einrichtung und abends wieder in die eigenen Wohnung zurückgebracht. Die Tagespflegestätten bieten neben sozialpflegerischen Angeboten auch Freizeitangebote und gemeinsames Essen an. Es gibt zusätzlich Unterstützungsangebote für Angehörige. Die Kurzzeitpflege in Pflegeeinrichtungen besteht für stark Pflegebedürftige in zeitlich begrenztem Rahmen, z.B. nach einer Krankheit bzw. wenn die pflegenden Angehörigen selbst mal eine Erholung brauchen.

9. Krankenhaus
Kliniken mit gerontopsychiatrischen Abteilungen und Hospizhäuser sind als Ergänzung zu den ambulanten medizinischen Diensten genannt. In den Hospizhäusern liegt der Schwerpunkt bei der medizinischen Versorgung auf den Grundlagen der Palliativmedizin (die Schmerzbehandlung ist hier ein besonderer Schwerpunkt).

10. Heime
Altenwohnheime, Altenheime, Altenpflegeheime sind die klassischen Einrichtungen dieser Angebote. In Altenwohnheimen leben die BewohnerInnen relativ selbständig in ihren Zimmern. Altenheime und insbesondere Altenpflegeheime sind stärker auf die Versorgung und Plege ausgerichtet. Für die Auswahl des individuell geeigneten Heimes gibt es Hilfestellungen, z. B. die Broschüre „Auf der Suche nach einem Heim“, (kostenlos erhältlich bei der Broschürenstelle des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, PF 20 15 51, 53145 Bonn).

Wichtige Gesetze sind die Rentenversicherung, die Krankenversicherung, die Pflegeversicherung, Sozialhilfe, Behinderung, Betreuung.

Prof. Dr. Eleonore Ploil