Psychische Probleme - Typischer Verlauf einer psychischen Erkrankung

Typischer Verlauf einer psychischen Erkrankung
Psychische und Suchterkrankungen entwickeln sich oft über lange Zeit schleichend. Die folgenden Beispiele gelten auch für andere psychische Erkrankungen oder andere Süchte und zeigen mögliche Verläufe.

Phase 1:
Irgendetwas stimmt nicht mit mir!

Es geht eigentlich, wenn ich so recht nachdenke, schon einige Wochen so. Ich kann mich zu nichts aufraffen, schaffe meine Arbeit zwar, doch ohne innere Beteiligung. Ob meinen Kollegen und dem Chef das auffällt? Noch haben sie nichts gesagt. Zum Sport gehe ich meist nach wie vor, doch mit immer weniger Motivation. Oft überlege ich, ob ich nicht lieber zuhause bleibe, habe das auch schon zwei-/dreimal gemacht. Das
war sonst anders! Da hätte ich niemals auf mein Training verzichtet! In der Familie fühle ich mich manchmal überflüssig. Wenn es Konflikte gibt, und die gibt’s in jeder Familie, kann ich das schwer aushalten,
bin dünnhäutig und ziehe mich dann lieber zurück. Was ist los mit mir? Bin ich körperlich krank? Oder gar psychisch? Irgendetwas stimmt nicht mit mir!
Wo bekomme ich Hilfe?
• Angehörige
• Hausärzt*innen
• Sozialpsychiatrischer Dienst

Phase 2:
Zunehmende Gewissheit

Ich brauche wohl Hilfe! In den letzten Wochen ist mein Zustand eher schlechter geworden. Ich bin lustlos, antriebslos, kann mich nur schwer konzentrieren. Die Leistungen bei der Arbeit lassen nach. Inzwischen hat mich schon mein Chef angesprochen, ob ich wohl Probleme hätte. Gott sei Dank gab es aber keine weiteren Folgen! Wie soll ich auch Leistung bringen, wenn ich so schlecht schlafe! Meist wache ich schon kurz nach Mitternacht auf und es dauert Stunden, bis ich wieder einschlafe. Zu sehr beschäftigen mich meine Gedanken, wie das alles weitergehen soll. Morgens komme ich dann sehr
schwer aus dem Bett. Zum Sport gehe ich nur noch selten. Das bringt mir doch alles nichts! Meine Frau wird zunehmend gereizter im Umgang mit mir. Es ist auch nicht einfach, so labil, wie meine Stimmung ist. Schon die kleinste Kritik halte ich nicht aus. Und Gefühle spüre ich gar nicht mehr. Was habe ich falsch gemacht? Warum bin ich so? Ich kann mich doch selber nicht leiden! Ich brauche wohl Hilfe!
Wo bekomme ich Hilfe?
• Hausärzt*innen
• Psychiater*innen oder Nervenärzt*innen
• Sozialpsychiatrischer Dienst

Phase 3:
Psychisch krank

Es ging nicht mehr weiter! Schließlich bin ich dann doch zum Hausarzt gegangen, er hat mich an einen Psychiater überwiesen. Erst einmal wurde ich krankgeschrieben – und sollte Medikamente nehmen! Die habe ich erst abgelehnt: wie können denn Pillen meine Probleme lösen? Doch dann wurde es nicht besser, meine Stimmung war immer noch so am Boden, da habe ich dann doch nach dem
Strohhalm Medikament gegriffen. Die Stimmung hat sich noch nicht wesentlich verbessert. Ab und zu aber gibt es schon Momente, wo ich mich wohl fühle und nicht mehr so gedrückt. Ab und zu kann ich sogar mal
lächeln, wenn es eine schöne Situation gibt. Immer noch bin ich schnell müde, zum Sport zu gehen, schaffe ich nicht. Zusätzlich zur medikamentösen Behandlung gehe ich auch zu einer Psychotherapeutin. Ich
hätte nicht gedacht, dass ich das einmal machen würde – und auch noch als entlastend empfinde! In den Sitzungen besprechen wir, was ich tun kann, um aus der Erkrankung raus zu kommen. Ich darf mich nicht mehr überfordern, wie ich das in der Vergangenheit so oft gemacht habe. Es sollte halt alles 100% passen! Ich hoffe, dass ich so langsam aus der Krise rauskomme. Jetzt weiß ich, wie sich das anfühlt:
Psychisch krank!
Wo bekomme ich Hilfe?
• Selbsthilfegruppen
• Psychotherapeut*innen
• Hausärzt*innen oder Psychiater*innen
• Tagesklinik
• Klinik

Phase 4:
Annehmen – anders leben

Geschafft! Seit 6 Wochen arbeite ich wieder und ich komme gut zurecht. Es war komisch, nach den Monaten der Krankheit zum ersten Mal wieder in den Betrieb zu gehen. Manche
Kollegen haben mich überhaupt nicht angesprochen, wo ich denn gewesen sei, aber natürlich wissen es alle, dass ich psychisch erkrankt war. Ich war froh, dass Kollege R. mir gleich die Neuerungen erklärt hat – und Verständnis dafür hatte, dass ich auf Anhieb nicht alles verstanden habe. Zum Sport gehe ich auch wieder, allerdings trainiere ich jetzt nicht so hart wie vorher. Der Spaß soll nicht zu kurz kommen!
Konflikte in der Familie gibt es immer wieder einmal. Ich kann sie jetzt besser aushalten und bemühe mich mit Frau und Kindern, Lösungen zu finden. Ganz schön anstrengend! Ich bin sehr froh darüber, dass meine Familie mich in den schwierigen Monaten getragen hat. Nach wie vor gehe ich in die Therapie. Ich brauche die Gespräche dort, um nicht wieder in alte Muster zu fallen, die dann wieder zu einer psychischen Krise führen könnten. Ich passe auf mich und meine persönlichen Grenzen viel besser auf und überfordere mich nicht mehr so leicht. Mal sehen, ob ich irgendwann die Medikamente wieder absetzen kann.
Immer wieder fällt es mir schwer, zu akzeptieren, dass ich psychisch krank war – oder bin? Auf jeden Fall muss ist jetzt anders leben.
Wo bekomme ich Hilfe?
• Selbsthilfegruppen
• Psychotherapeut*innen
• Sozialpsychiatrischer Dienst

 

Quelle: Psychosozialer Wegweiser Landratsamt Forchheim 1. Auflage

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